Wie fremdsprachige Mitarbeiter und Flüchtlinge erfolgreich integriert werden

Es mangelt an Fachkräften, Saison-Aushilfen und Auszubildenden. Immer mehr Arbeitgeber aus der Gastronomie und Hotellerie sehen in der Integration von Flüchtlingen und Zugezogenen aus der EU und anderen Ländern eine große Chance. Wir geben hierzu fünf Tipps und sagen „Welcome on board“!

 

1. Rechtliches klären

Laut einer Studie des Anbieters von Online-Reservierungen für die Gastronomie „resmio“ sagen Gastronomen zwar, dass Flüchtlinge den Fachkräftemangel nicht gänzlich beheben können. Dennoch würden mehr als zwei Drittel Flüchtlinge anstellen.

Grafik: www.resmio.de

Grafik: www.resmio.de

Grundsätzlich gilt dabei: Anerkannte Flüchtlinge dürfen in Deutschland arbeiten. Doch auch Asylbewerber dürfen Praktika und Ausbildungen beginnen – seit neuestem sogar ohne Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit. Zunächst einmal müsst ihr also den Aufenthaltsstatus des potentiellen Mitarbeiters klären. Wichtige Detailinfos hat die Arbeitsagentur in diesem PDF zusammengestellt: Flüchtlinge einstellen

Kommen eure „Neuzugänge“ ursprünglich aus EU-Ländern fällt das Rechtliche aufgrund der generellen Arbeitserlaubnis ungleich leichter aus. Bei Immigranten aus anderen Ländern gelten – leider und wie so oft – eine Vielzahl einzelner Bestimmungen. Hier die Infos der Bundesagentur für Arbeit: Beschäftigung ausländischer Mitarbeiter 

 

2. Team vorbereiten

Wie immer, wenn plötzlich „Neue“ da sind, gibt es unter den langjährigen Teammitgliedern auch Ängste und Ablehnung. Hier gilt es, so früh wie möglich zu verdeutlichen, dass eure Teams durch die neuen Mitarbeiter ergänzt und bereichert werden. Wichtig: Viel sprechen, skeptischen Äußerungen nachgehen und immer wieder die Chancen aufzeigen. So bringen fremdsprachige Mitarbeiter natürlich Vorteile im Umgang mit internationalen Gästen. Zudem zeigen zahllose Erfolgsgeschichten am deutschen Gastronomiemarkt, dass ausländische Einflüsse neue Trends befördern können. Und zu guter Letzt: Jede besetzte Stelle schafft Entlastung für das ganze Team, reduziert Überstunden und ermöglicht Urlaube.

 

3. Sprache fördern

Gerade in der Gastronomie keine ganz neue Frage: Wie arbeite ich erfolgreich mit Menschen, die nur schlecht deutsch sprechen? Das Gute: In der Gastronomie läuft vieles auch durch Kommunikation „mit Hand und Fuß“. Insbesondere bei Kundenkontakt hilft allerdings nur der Dreiklang „schulen, lernen, anwenden“. Neben den Sprachkurs-Angeboten der Arbeitsagenturen, sollten dabei auch Online-Angebote genutzt werden. So bietet das Sprach-Portal Deutschtraining.org kostenlose Online-Einheiten – auch, aber nicht nur speziell für Flüchtlinge. Unser Tipp: Stellt euren neuen Mitarbeitern doch zu bestimmten Zeiten einen Online-Zugang zur Verfügung, um die Übungen zu erledigen.

 

4. Talente erkennen

Im stressigen Restaurant- oder Hotel-Alltag bleibt meist nicht all zu viel Zeit, sich eingehend mit neuen Praktikanten, Aushilfen oder Mitarbeitern zu beschäftigen. Es kann sich aber lohnen, etwas genauer hinzuschauen oder zuzuhören! Natürlich liegt es nahe aufgrund der Sprachbarrieren und der fehlenden Vergleichbarkeit der Ausbildungswege zunächst keine große Hoffnung auf echte Fachkräfte unter den fremdsprachigen Bewerbern zu haben. Umso wichtiger ist es, Talente und Fähigkeiten zu entdecken und „on the Job“ zu fördern. Nicht selten stellt sich heraus, dass die Fähigkeiten der „Neuen“ auch ohne Diplom oder anerkannte Fachausbildung extrem bereichernd für ein Team sein können.

 

5. Fähigkeiten weiterbilden

Der Jobmotor im Gastgewerbe brummt nach wie vor. 2015 waren durchschnittlich über 32.000 offene Stellen bei den Arbeitsagenturen gemeldet. Noch deutlicher wird der Fachkräftemangel allerdings durch diese Zahl: Zuletzt blieben 7000 Ausbildungsplätze unbesetzt. Zudem sind die Abbruchquoten – vor allem unter Koch- oder Kellner-Azubis – hoch. Umso mehr könnten Arbeitgeber aus dem Gastgewerbe davon profitieren, Flüchtlinge und andere fremdsprachige Bewerber aus- und weiterzubilden. So sieht es auch die Hauptgeschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga Ingrid Hartges und fragt: „Wer, wenn nicht wir, wäre geeignet, durch Ausbildung und Beschäftigung die Integration von Flüchtlingen konkret zu unterstützen?“