Restaurant-Lieferdienste

Foodora vs. Deliveroo – Duell der Edellieferdienste

Pizza, Nudeln oder doch lieber asiatisch? Wer wenig Zeit hat oder nicht unbedingt der leidenschaftlichste Koch ist, hat sich diese Frage wohl schon des Öfteren gestellt. Oft aber lassen herkömmliche Lieferdienste zu wünschen übrig. Durchgeweichte Pizzakartons, schnöde Aluboxen und lauwarmes Essen machen nicht unbedingt Appetit auf mehr. Wie schön wäre es, wenn man sich einfach sein Lieblingsgericht vom Chinesen nebenan nach Hause oder ins Büro bestellen könnte. Genau das dachten sich einige Startups, die innerhalb kürzester Zeit aus dem Boden geschossen sind. Viele Einzelkämpfer mit einem gemeinsamen Ziel: Restaurant-Lieferdienst auf Gourmet-Niveau zu sein. Die härtesten Konkurrenten unter ihnen: die trendigen Lieferdienste Foodora und Deliveroo.

Während Foodora im Spätsommer 2014 in München startete, begann das Londoner Startup Deliveroo im Frühjahr 2015 mit seiner Expansion in Deutschland. Das bisher einzige, was die beiden Startups unterscheidet, ist ihr Auftritt. Während der eine in pink daherkommt, setzt der andere lieber auf türkis. Ansonsten scheint es kaum einen Unterschied zu geben: Beide bewegen sich im Premium-Segment, beide haben die gestressten Großstädter im Visier, die der Pizza Margherita ein Gourmet-Menü vorziehen, und beide liefern für gehobene Restaurants mit Fahrrädern im Umkreis von ca. drei Kilometern aus – mittlerweile in vielen deutschen Großstädten und einigen anderen Ländern. Der Mindestbestellwert liegt bei 12 Euro, die Liefergebühr beträgt 2,50 Euro. Sie buhlen sogar um dieselben Restaurants – mit dem Ergebnis, dass einige Gastronomen gleich beide Lieferdienste im Programm haben. Für sie ist es ein guter Deal: Keine zusätzlichen Lohnkosten, kein unternehmerisches Risiko, dafür aber noch mehr Kunden und dementsprechend mehr Umsatz.

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Für wen aber sollen wir uns denn nun entscheiden, wenn uns an einem regnerischen Abend der Magen knurrt? Vielleicht für denjenigen, dessen Werbung uns besser gefällt. Fühlen wir uns mehr angesprochen, wenn jemand behauptet, „Berlin isst besser“ oder tendieren wir eher zu „Berlin isst anders“? Oder lassen wir uns doch eher von der Farbe leiten?

Spätestens jetzt müssen wir uns eingestehen, dass es ganz egal ist, wem wir unser Vertrauen schenken. Letztendlich haben wir nur die Qual der Wahl. Für die beiden Wettbewerber aber geht es um wesentlich mehr: Wer hat den längeren Atem? Wer setzt sich irgendwann vom anderen ab? Wer wird Marktführer in Deutschland?

Bereits in 15 Ländern expandiert, hat das erst kürzlich vom Branchenriesen Delivery Hero übernommene Startup Foodora auch weiterhin große Ziele. Weitere neue Märkte in Europa, Nordamerika und Asien sollen erschlossen werden. Schon jetzt beschäftigt das Unternehmen über 200 Mitarbeiter und mehr als 500 Fahrer – Tendenz steigend. Denn nach eigenen Angaben werden bei einem Umsatzplus von insgesamt 15 Prozent pro Woche laufend neue Fahrradkuriere eingestellt – kein Wunder, wenn man als das weltweit am schnellsten wachsende Unternehmen in diesem Sektor bezeichnet wird.

Konkurrent Deliveroo allerdings stellt eine ganz ähnliche Behauptung von sich auf. Ebenfalls mit einer gut vernetzten Fahrerflotte ausgestattet, baut das britische Startup sein Netzwerk aus Fahrern und Premium-Restaurants kontinuierlich aus. Und das nicht ohne Grund: Laut Geschäftsführer Chrobog wächst das Bestellvolumen um 30 Prozent pro Woche. Seit seiner Gründung 2013 sind insgesamt 200 Millionen Dollar in den britischen Newcomer geflossen. Damit lässt es sich gut in Asien, Australien, dem Nahen Osten und weiteren europäischen Städten expandieren. Hierzulande arbeite man mit ca. 700 Restaurants zusammen, heißt es aus interner Quelle.

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Noch befinden sich also beide Anbieter im Steilkurs nach oben. Doch wie lange noch? Anerkannte Wirtschaftskreise machen hierfür vier Faktoren geltend, die irgendwann den Unterschied ausmachen sollen: Die Größe des Angebots, der Preis, die Ausführung und die Technik. Letzteres zumindest scheint sowohl bei Foodora als auch bei Deliveroo noch auf wackeligen Füßen zu stehen. Bestellt man beispielsweise gleich zweimal an ein- und dieselbe Adresse, um zwei Gutscheine einzulösen, wird man von zwei Fahrern beliefert. Es könnte am Ende also auf die perfekte Technik und Logistik ankommen. Aber wer weiß – vielleicht ist es doch nur eine Frage des guten Geschmacks. Es bleibt jedenfalls spannend und wir drücken für jeden einen Daumen!

 

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Koch – hartes Brot oder der schönste Beruf der Welt?

Das perfekte Promi-Dinner“, „Lafer, Lichter, Lecker“, „Grill‘ den Henssler“, „Die Küchenschlacht“, „Topfgeldjäger“, „Kochprofis – Einsatz am Herd“ … – je länger man darüber nachdenkt, desto mehr Kochshows und -sendungen kommen einem in den Sinn, die tagtäglich, zu jeder Tages- und Nachtzeit auf jedem x-beliebigen Sender für neue Rezeptideen und Anregungen sorgen. Überall wird gebrutzelt, was das Zeug hält, als Zuschauer haben wir die Chance, mehr oder weniger prominenten Köchen bei der Arbeit über die Schulter zu schauen und immer sieht alles ganz einfach aus. Im Handumdrehen werden mehrgängige Gourmetmenüs gezaubert – alles natürlich zum Nachkochen.

Aber ist Kochen wirklich so easy going, wie es dargestellt wird? Sind alle gestandenen und angehenden Kochprofis wirklich immer so locker, entspannt und gut gelaunt bei der Arbeit? Vielleicht auf dem Bildschirm, aber die Realität in Deutschlands (Groß-)Küchen sieht meist ganz anders aus – erst recht, wenn man noch mitten in der Ausbildung steckt. Heutzutage braucht es schon ein ordentliches Maß an Idealismus und Leidenschaft, um als Koch-Azubi zu bestehen – denn eigentlich ist es ein knallharter Knochenjob. Viel Stress, ungünstige Arbeitszeiten, wenig Geld – kein Wunder, dass sich laut Deutschem Hotel- und Gaststättenverband die Zahl der Lehrlinge in den letzten zehn Jahren fast halbiert hat. Selbst im dritten Lehrjahr verdient ein Kochlehrling im Schnitt nicht mehr als 600 Euro. Geld allein allerdings ist nicht der Grund für die hohe Abbruchquote. Auch die hohe Belastung durch unbezahlte Überstunden, launische Vorgesetzte und falsche Vorstellungen sind schuld an der Misere. Schließlich gehören Dosen öffnen und Kartoffeln schälen genauso dazu wie das Auswendiglernen von Allergenen und Zusatzstoffen und die Einhaltung von Hygienevorschriften. Und oft geht es dabei auch noch zu wie beim Militär.

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Trotz allem zählt der Beruf des Kochs zu einem der beliebtesten überhaupt. Wer erstmal die Ausbildung hinter sich gelassen hat und mit Spaß und Leidenschaft dabei ist, kann es weit bringen. Der Verband der Köche ist weltweit organisiert, viele Köche gehen ins Ausland.

Aber was genau macht eigentlich einen guten Koch aus?
Wer Koch wird, liebt Lebensmittel, den Umgang mit Menschen und ist kreativ. Er ist auf Lob und Bestätigung angewiesen, das bzw. die er durch jeden leer gegessenen Teller einfährt. Er ist gewissenhaft im Umgang mit Lebensmitteln und Sauberkeit und oftmals auch extrem perfektionistisch: Nach dem Motto „Schmeckt nicht, gibt’s nicht“ werden Gerichte mit Geduld, Liebe und einer Extraportion Ehrgeiz angerichtet. Er ist relativ stressresistent – das hat er schon in seiner Ausbildung gelernt – und ein ausgesprochener Teamplayer. Einer für alle und alle für einen. Nur so funktioniert es in der Küche reibungslos. Kurzum: Für einen Koch ist Kochen Handwerk und Kunst zugleich. Dem kreativen Freiraum stehen allerdings stetig wachsende Anforderungen gegenüber: Kochen zu können ist die Basis. Darüber hinaus vereint ein guter Koch aber auch Eigenschaften eines Ernährungs- und Lebensmittelexperten in sich. Bei der Planung und Zubereitung von Speisefolgen hat er immer auch betriebswirtschaftliche Faktoren im Hinterkopf und versteht es, sich und seine Fähigkeiten gut zu vermarkten. Ein Multitalent also, das allem Gegenwind standhält und es mit Tim Mälzer hält: „Born to cook“.

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Apropos Tim Mälzer: Wiedereinmal dürfen wir uns auf eine neue Kochshow freuen. Mit „Kitchen Impossble“ wurde ein garantiert innovatives Format geschaffen, das die Fernsehkochlandschaft um ein weiteres Highlight bereichert.
Dennoch sind wir uns sicher: Vor der Kamera ist nicht hinter der Kamera.